18. November 2015   bis  10. Dezember  2015     


Schnell noch das "Alte" Cuba erleben, bevor es durch die Annäherung an den USA verändert wird, löste wohl, dieses Jahr, einen regelrechten Reiseboom, deutscher Touristen aus. Die Folge dieser Hype, sind teure Flugpreise, ausgebuchte Gruppenreisen, so wie kein Leihauto mehr. Da Cuba schon lange auf meiner Reisewunschliste stand, wählte ich den Weg über Cancun, Mexiko um damit das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Die 640 Euro für Hin/Rück von München nach Cancun, Mexico mit Air France, war ein Schnäppchen. Der Flug, mit Aeromexico nach Cancun - Havanna für Hin/Rückflug kostete 198 Euro, bei einer Flugzeit von 1 Stunde.

Nach 9 Stunden Flugzeit landete der Airbus der Air France, pünktlich zur Ortszeit um 18:00, in Cancun. Die gebuchte Leihwagenklasse war bereits vergeben, so dass wie üblich, ein kostenloser Upgrade erfolgte. Als ADAC - Mitglied genießt man einen sorglosen Versicherungsvollschutz, inklusive aller gefahrenen Kilometer, zu einem günstigen Tarif, 12 Tage 388 Euro, für ein Wägelchen, der Oberklasse. Über die autobahnähnliche Küstenstrasse der Riviera Maya, trafen wir in PaaMul in unser gebuchtes Hotel ein. PaaMul ist eine Mischung aus Cabañas, Privathäuser, RV Park und Hotelbetrieb, das ich schon 2006, mit eigenem Wohnmobil besucht hatte. Inzwischen hat sich dort einiges verändert. Der Besitzer lebt in den USA und vermietet einzelne Parzellen an Interessenten. Je nach Lage sind die Mietpreise entsprechend, man darf die gemieteten Parzellen mit einer Cabaña bebauen aber nicht vermieten.

 

Noch ist Vorsaison, deshalb waren wir die einzigen Hotelgäste. Sicher gibt es für den Preis von  $135 /Tag in Cancun, Playa del Carmen und Tulum (Rivera Maya) schönere Hotelanlagen, aber dafür ist man auch fern vom Trubel, der von Amerikaner geprägten Ballermann Atmosphäre. Der Nachteil, nur mit einem Leihfahrzeug können günstigere Restaurants besucht werden, das Hotelrestaurant ist für mexikanische Verhältnisse zu teuer. Der weiße Sandstrand und das warme Meerwasser sind ideale Vorraussetzungen sich hier zu erholen. Von hier lassen sich die Maya-Tempelanlagen, .  Tulum, Coba und Chichén Itzá, in Tagesausflüge erreichen.

 
 

Playa del Carmen, das amerikanische Ballermann an der Rivera Maya, bleibt natürlich das Touristenmekka der US Bürger und Kanadier. Der Flugplatz Cancun keine 80km entfernt wird von allen nordamerikanischen Fluggesellschaften angeflogen. Hinzukommen unzählige Kreuzfahrtschiffe die hier einige Tage ihre Fahrt unterbrechen. Ideale Bedingungen für unzählige,  hochpreisige Restaurants, Bars und diverse Einkaufcenter, die auf das lockere Geld der Touristen warten. Unzählige Amusements wie Adventure Parks, Canote (Süßwasser Quellen) und Lagunen, amerikanischer Prägung, entlang der Küste bieten allerlei Abwechslung.

 
 

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass alle bekannten Mayastätte entsprechend frequentiert werden. In der Vorsaison sind die Preise hier noch einigermaßen moderat, Weihnacht ist kein Bett mehr zu bekommen. Wir brechen zu unserer einwöchigen Rundreise für den Besuch von  Uxmal, Kabah, Izamal und Merida auf. Coba, Tulum, und Chichén Itzá, lassen sich leicht über Tagestouren erreichen. Die Pyramiden von Coba, liegen mitten im Urwald, die höchste Pyramide, Mexikos, bietet einen fantastischen Rundblick über den tropischen Wald. Mit einer Fahrrad-Rikscha lassen wir uns, den langen Weg zu den Ausgrabungen, strampeln. Wir fahren weiter nach Uxmal und Merida.

 
 

Die weitläufige Tempelanlage, Chichén Itzá , ist einer der schönsten Mayastätte in Mexiko. Durch die Nähe zur Rivera Maya, wird sie natürlich entsprechend besucht. Die große Pyramide, mit ihren 91 Stufen ist der Mittelpunkt der Anlage. Neben einer Säulenhalle, wurde hier schon Astronomie in einem Observatorium betrieben. Yucatan, besteht aus einem riesigen Kalkkessel, der so vermutet man, durch einen Meteoriteneinschlag gebildet wurde. Regenwasser sickert durch das poröse Gestein, unterirdische Flüsse leiten das Wasser in das Meer. Durch Einsturz der Kalkdecke werden tiefe Wasserlöcher gebildet, man vermutet daher im Yucatan, einer der weltgrößten Höhlensysteme im Kalkstein. Diese wurden von den Mayas als Operstätte genutzt, in dem Cenote von Chichen Itza, wurden mehrere menschliche Skelette gefunden.

 
 

Für mich ist Uxmal, neben Palenque und Chichen Itza, einer der schönsten Mayastätten in Mexiko. Nicht so viele Touristen verirren sich nach Uxmal, so dass man hier ungestört die Tempelanlage besichtigen kann. Am Abend wird eine Lightshow geboten, die man sich, sofern man nicht Spanisch spricht, getrost versäumen kann. Etwas langatmig wird in Spanisch die Geschichte der Mayas in Uxmal erklärt, nach einiger Zeit wiederholen sich die Lichteffekte so dass kaum Stimmung aufkommt und man sich die Stunde sparen kann.Wir wohnten in einem hübschen Familienhotel in Santa Elena, The FlyCatcher Inn  10km von Uxmal entfernt. Von hieraus sind einige sehenswerte Maya-Ausgrabungen Kabah, erreichbar, leider haben wir nur eine Nacht gebucht da wir leider nicht länger Zeit haben am 9.12. müssen wir wieder in Cancun sein.

 
 

Die Mayatempel von Kabah, sind aufgrund der erhaltenen Fresken und Statuen sehenswert. Nur wenige Touristen verirren sich hierher, kann sie ja nicht mit Superlativen, großer Pyramiden aufwarten. Von hier fahren wir in das 80km entfernte Merida, um auch mal eine Nacht in größeren mexikanische Stadt zu verbringen. Direkt in der Nähe des Zocalo (zentraler Platz einer mexikanischen Stadt) buche ich ein einfaches aber gutes Hotel. Viele Hotels in Mexiko kann man über Booking.com buchen aber auch den Preis bei Barzahlung drücken, viele nehmen auch CC Karten.. Da man in Hotels englisch spricht ist auch ein Telefonanruf oder eMail kein Problem, bei Anruf (auch über deut. Handy mit Roaming) Übernachtungspreis festzulegen.

 
 

Auf den Weg nach Meridia, besichtigen wir, die Hacienda Yaxcopoil. Die Hacienda befand sich lange Zeit im deutschen Besitz, hier wurde Fasern einer Agavenart, (Henquen)  produziert. Momentan wird der eindrucksvolle Besitz renoviert, mehrere alte Haciendas wurden mittlerweile in Luxusherbergen umgewandelt. Nach dem Besuch treffen wir am frühen Nachmittag in unser Hotel in Meridia ein. In fußläufiger Entfernung zum Zocalo befindet sich unser preiswertes Hotel Doralba Inn. Am Abend werden von einer Tanzgruppe, historische Tänze, der Hacienda - Arbeiter aufgeführt.

 
 

Von Valladolid, sind es noch 165 km bis Cancun. Im mexikanischen Fahrstil, bei dem Geschwindigkeits- Begrenzungen als Empfehlung betrachtet werden, geht es flott voran. Wir müssen ein Hotel finden, das einen unserer Koffer, während unserer Kubareise aufbewahren kann. Die Hauptsaison kündigte sich an, so waren die meisten Hotels in Flughafennähe, am 9.12 ausgebucht. Schließlich wurden wir im Quinta Inn fündig, der Übernachtungspreis, inklusive Frühstück, angemessen und das Wichtigste, kostenlose Kofferaufbewahrung, bis zur unserer Rückkehr.

Pünktlich stehen wir am Counter von Areomexico ME 447 nach Havanna. Da bereits der Online – Checkin erfolgte, muss nur noch der Koffer abgegeben werden, den wir aufgrund des Inhaltes nicht an Bord nehmen durften. Nach 1 Stunde landeten wir auf den Aeropuerto Internacional José Martí in Havvana, wo wir von einem Mitarbeiter von Cubatur bereits, erwartet wurden.

 

Willkommen im Museum!!

 
 

Die Lockerung der streng kommunistisch ausgelegten Planwirtschaft, erlaubt es nun im überschaubaren Rahmen, Privatgeschäfte zu eröffnen. So dürfen Privatwohnungen, Casa Particular, offiziell vermietet werden. Wir entschieden uns für eine Privatwohnung in der Nähe der Universität und den großen Touristenhotels. Die Fahrt erinnerte mich an längst vergangenen Tagen in einer der kommunistischen Länder in Europa. Verfallenen Fabrikgebäude, einheitsgrau, Menschentrauben an den Haltestellen, die irgendwie ein Beförderungsmittel benötigen. An vielen Ecken wird aber auch restauriert, um die Pracht der alten Häuser wieder aufleben zu lassen. Vieles ist aber unrettbar verloren, die verrottete Bausubstanz lässt nur noch den Abriss zu. Die kommunistische Planwirtschaft hat es bis heute noch nicht geschafft, eine moderne Wasserversorgung, zu installieren,  so werden viele  Zisternen in Havanna noch aus Tankwagen gefüllt.

 
 

Fidel Castro und Che Guevara sind all gegenwärtig. Che Guevara wird immer noch als Volksheld verehrt, bei Castro ist man etwas zurückhaltender. Es ist auch wie in jedem diktatorischen Staat stets gefährlich öffentlich, sich Negativ über das System zu Äußern. Unser Taxifahrer sprach sehr offen, über die mir von ehemaligen kommunistischen Ländern, bekannten Tatsachen. Hungern muss natürlich niemand, jedem Kubaner stehen pro Monat, 5kg Lebensmittel zu, die in speziellen Läden in Peso gekauft werden können. Touristen müssen in CUC tauschen, wobei 1 CUC etwa 1 Euro, entspricht.. Der Staat behält somit die Kontrolle über die Währung, deshalb ist auch Kuba, im Verhältnis teuer. Die Preise für Getränke, Speisen und Reiseartikel etc. werden vom Staat vorgeschrieben so dass diese im ganzen Land identisch sind. Sogar die Che Quevara - Kappe kostet überall gleich viel,  3 CUC....

Unser Tagesausflug von Havanna in das Valle de Viñales, fällt leider ins Wasser... Wir haben einige Regentage erwischt, so sind die grandiosen Kegelfelsen im Valle de Viñales (Viñales-Tal) in Wolken gehüllt. Zwar klart es am Nachmittag auf, aber so richtig fotogen sind die Kalkfelsen nur in der Sonne.  Hier wird Tabak angebaut, so steht der Besuch eines kleinen Tabakbauers an, der uns in die Geheimnisse, der echten handgedrehten Cigarros Habanos, die berühmten Zigarren aus Kuba einweiht. Die Tabakblätter werden in einer Scheune getrocknet. Je nach Verwendung, (Füllblätter oder Deckblätter) werden verschiedene Arten von Tabakpflanzen verwendet. Die Deckblätter, bestehen aus einer sehr dünnen aber reißfesten Tabakart.

 
 

Das Taxi holt uns für die bei Cubatur gebuchte, 3 Tages Tour, nach Santa Clara, Trinidad, Mills Valley und Topes de Collante direkt an unserm Domizil in Havanna ab. Von Havanna geht es 350km nach Santa Clara. Außer dem Denkmal mit Mausoleum und dem kleinen Museum über Che Guevara gibt es nichts von Bedeutung das sich lohnen würde Santa Clara zu besichtigen. Unser Reiseleiter (Taxifahrer) meinte ein Besuch des Mausoleums würde sich nicht lohnen, da es nichts zu sehen gäbe und außerdem eine riesige Schlange Touristen am Eingang wartete. So sparten wir uns den Besuch und fuhren direkt weiter nach Trinidad. Ein im spanischen Kolonialstil erbaute Stadt die weitgehend ihr ehemaliges historisches Stadtbild weitgehend erhalten hat. Um dem Plaza Major finden sich einige Lokale in dem ab Nachmittag die übliche kubanischen Musik gespielt wird. Die Bahnstrecke von Trinidad in das Valle de los Ingenios (Tal der Zuckermühlen)  bis zur Plantage Manaca Iznaga führt durch eine reizvolle Landschaft und Plantagen mit Zockerrohranbau.

 
 

Im Hinterland von Trinidad, befinden sich in den Bergen des Escambray-Gebirge,  der Nationalpark Topes de Collantes. Ein Ausflug dorthin bringt uns an den Einstieg verschiedener Wanderwege zu den sehenswerten Wasserfälle und Höhlensystem. Wir begnügen uns mit einem Lehrpfad einer Kaffeeplantage für Touristen. Am Spätnachmittag kehren wir wieder nach Trinidad zurück.

Nach dem Frühstück, fahren wir über Santa Clara nach Havanna zurück... Wir beide klagen wir über Magenschmerzen, ich führe das auf die nicht unerhebliche Menge von Mojito zurück, besonders der Limettensaft fördert in dieser Menge, Gastritis, da in Mexiko die Beschwerden wieder abgeklungen waren..
 

Zutaten Mojito

5cl Havanna Club Anejo 3 Ano

2 Barlöffel weißer Rohrzucker

Frischer Limettensaft

2-3 Stängel frische Minze

9cl Sodawasser

Eiswürfel

 

Den weißen Rohrzucker ins Glas geben. Darüber den Saft einer Limette pressen. 2-3 Stängel frische Minze auf dem Handrücken anklatschen und mit ins Glas geben. Mit 9cl Sodawasser auffüllen. Zutaten mit einem Stößel anmuddeln und eine Schaufel Eiswürfel hinzugeben. 5cl Havana Club Añejo 3 Años hinzugeben und leicht durchrühren. Mit einem Sträusschen Minze dekorieren.

 
 

Mit dem Besuch der Cana Vista Bar, Buena Vista Cubanismos Show, beenden wir unseren Ausflug nach Havanna und Ostkuba.  Am 9.12 fliegen wir wieder mit der Aeromexico nach Cancun. Dort übernehme ich wieder für einen Tag ein Leihfahrzeug, da ein Taxi zu unserem Hotel und am nächsten Tag zum Flughafen, preislich nicht viel günstiger gekommen wäre. Unsere Koffer waren bei der Rückreise durch Rum und Tequila und unsere sehr schönen Nachbildungen von Mayafiguren am Gewichtslimit. Unsere Koffer wurden gleich von Cancun nach München durchgecheckt so dass sich der US Zoll in Atlanta weder für Alkohol und Zigarren aus Cuba interessierten musste. Da ich zum ersten Mal mit ESTA reiste, da mein US VISA abgelaufen war, aber mein Pass den US Behörden bereits bekannt war, ging die Immigration an den Immigrationsterminals problemlos von sich. Da die Ankunftszeit 7:45, wohl zu früh für den Dienstbeginn des deut. Zoll war, was mir schon immer bei  DELTA Flügen ab Atlanta auffiel, musste ich mich auch nicht entscheiden, ob ich etwas zu verzollen habe..

 
 

Fazit:  Mexiko ist wie immer eine Reise wert. Da ich das Land mehrmals bereiste fühle ich mich hier sehr wohl. Die Menschen sind immer freundlich und hilfsbereit. Klar auch  viele Touristen verderben die Moral, so muss man immer auf der Hut sein, kleinere Gaunereien ausgesetzt zu sein. Mal wird versucht die Tankuhr nicht zurückzustellen oder das Wechselgeld vergessen, auch muss man sich grundsätzlich vorher, über die Preise informieren, da sonst Mondpreise verlangt werden, aber wenn man sich auskennt hat man damit kein Problem. Besonders beliebt, ist es in Ecken mit US Touristen, die Preise in US Dollar anzugeben, obwohl in Mexiko keine Dollar angenommen werden, natürlich ist dann der Wechselkurs reine Verhandlungssache....

Cuba ist eine Reise wert, sofern man sich abfindet in ein noch kommunistisches Land, wir es aus vergangener Zeit kennen, mit allen Nachteilen zu reisen. Ob allerdings der "Flair" den ich eigentlich bis auf  restaurierte US Fahrzuge nicht gefunden habe, die momentane Kuba -Hype rechtfertigt muss jeder für sich entscheiden.

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 Stand:     29. December 2015

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