6.Reise

     18. Mai  2011    bis  20. 10  2011            On the Road again....

18.05.2011 DELTA Flug DL131 nach Atlanta - Houston Hobby Airport.  Pünktlich landete DL131, die Boeing 747-400, der DELTA in Atlanta. Die Einreiseprozedur wurde diesmal in rekordverdächtige 20 Minuten absolviert, um danach schnellstens, zum Terminal unseres Anschlussfluges nach Houston, Hobby Airport zu wechseln. Nach kurzer Flugzeit von 1,5 Stunden durften wir endlich am Flughafen unseren Pickup, in Empfang nehmen. Problemlos, noch etwas unbeholfen, fuhren wir zum Campingplatz, wo wir unseren vorbestellten Pull True Platz vorfanden. Die nächsten Tagen verbringen wir mit akklimatisieren und wichtige, längst überfällige kleinere Reparaturen auszuführen.

19.05. - 29.05.11 Houston - Galvestone: Wir verbringen mit Relaxen, am Strand von Galveston, unsere Zeit, noch dazu die Wetterlage in den nord-östlichen Bundesstaaten, kein schönes Reisewetter verspricht. Gerade wurde von Überschwemmungen in Tennessee und Tornados in Kentucky und Massachusetts, berichtet. Beides liegt auf der geplanten Reiseroute. Sehr ungewöhnlich dürften wohl auch die Temperaturen in Texas mit 35°, um diese Jahreszeit sein. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, diese hohen Temperaturen werden unser ständiger Reisebegleiter bis Ende August, sein. Auf der Interstate 10 geht es zunächst Ostwärts, um in Louisiana bei Lafayette auf die S 90 um von dort in der Nähe von New Orleans die berühmte
Oak Alley Plantation zu besichtigen.

31.05 - 03.06.11 New Orelans. Die Schäden von 2005 (Hurrikane Katarina), die ganz New Orleans überflutete sind immer noch zu sehen. Wenn auch im French Quarter, das impulsive Leben wieder zurückgekehrt ist, sind Teile von New Orleans nicht mehr bewohnbar. In den zahlreichen Bars, um die Lombard und Borboune Street spielen ab Nachmittag bis spät in die Nacht, Bands mit verschiedenen Stilrichtungen. Obwohl New Orleans durch seinen Jazz bekannt geworden ist, wird hier überwiegend Rock&Blues gespielt. Wir finden uns pünktlich zur Happy Hours (get two for one) bei Southern Rock & Blues in einer der Bar's ein. Hier tobt bis spät in die Nacht das Leben. Nur einmal nehmen wir nachts, den Bus zu unseren Campingplatz. Nachts und außerhalb der Touristenviertel unterscheidet sich, in den Großstätten, die amerikanische Welt, doch gewaltig von den bekannten Glitzerprospekten für die Touristen.

31.05 - 03.06.11 Great Smoky Mountains - Blue Ridge Parkway. Da wir schon mal im Oktober 2005 in der Nähe waren, stand diesmal auch der Great Smoky Mountain Nationalpark auf dem Programm. Den Namen erhielt er einst von den Indianer, da nach Abzug von den häufig auftretenden Gewittern, Nebelschwaden wie Rauch, aus den Tälern, hoch steigen. Na ja, zum Wandern mag ja viel Wald einladend sein, doch mich erinnert er doch zu sehr an den Bayerischen Wald.

 Auch wegen ein paar Kiesstrassen, entlang der Höhenlagen des Bergkammes, die für den Verkehr freigegeben sind, muss man den Park nicht unbedingt gesehen haben. Anders verhält es sich auf dem, für den kommerziellen Verkehr gesperrten Höhenweg, den Blue Ridge Parkway der hier beginnt. Der Parkway, mit seiner etwa 700km Länge, durchquert die Appalachen in 5 Bundesstaaten und bietet herrliche Aussichten auf verschiedene Gebirgslandschaften. Er verbindet den Great Smoky Mountains Nationalpark in Vergina  mit dem Shenandoh Natonionalpark in North Carolina. Seine ganze Schönheit präsentiert der Parkway aber erst im Herbst, zum Indian Summer, wenn sich durch Frostnächte, die Blätter verfärben. Jetzt im beginnenden Sommer bietet er durch seine Höhenlage, eher eine willkommene Abkühlung, von der vorherrschenden Hitze im Tal.

09.06 - 13.09.11 Lancaster, Pennsylvanien: Auf unseren Weg nach Nord-Osten der USA, liegt Pennsylvanien, das durch  mitteleuropäische Lebensart geprägt wurde. Viele Städtenamen erinnern an ehemalige deutsche Einwanderer, die durch zahlreiche Feste oder Clubs ihre deutsche Abstammung in Erinnerung behalten. Der kleine Abstecher von 60km lohnt sich, wir besuchen ein Oktoberfest der Lieder und Chorgemeinschaft von Salunga.. Selbstredend dass amerikanische "Bayern" in Lederhose und Tracht, Schuhplattler zur Musik einer Blaskapelle vorführen. Hier gibt es original Paulaner Biere vom Fass... mit Bratwurst, Schweinebraten und Klöße...


Amish People.
Aber eigentlich sind wir wegen den Amish People gekommen. Die um 1600 im Zeitalter der Religionsreformatoren wegen ihrer Religionsgemeinschaft in der Schweiz und Deutschland verfolgt wurden und deshalb nach Amerika auswanderten. Die Amische und Menomiten ca 60000 leben hier, ebenso in Ohio, Ottawa, Kanada und Mexiko. Geprägt durch ihre tiefe Religionsgemeinschaft die alles Moderne verbietet, leben sie streng nach diesen Regeln. Faszinierend für uns ist, dass der Campingplatz in unmittelbarer Nachbarschaft der hier lebenden Amishe liegt

.Da sie ein Altdeutsch sprechen, zwar für uns schwer verständlich, können wir uns etwas unterhalten und erlaubt uns, einen kleinen Einblick in ihr Leben, das jegliche moderne Errungenschaft wie Elektrik strikt ablehnt. Ihre relativ kleinen Farmen werden mit Landmaschinen die von bis zu 6 Pferde gezogen werden, bearbeitet. Viele von ihnen arbeiten auch in verschiedene Industriezweige, wo handwerkliches Geschick, wie Herstellung von Echtholzmöbel, erforderlich ist. Als Beförderungsmittel sind eine Art Tretlaufrad oder Kutschen üblich, von denen die ganze Familie freundlich Fremde zuwinken. Aber auch hier ist ein Wandel in der Jugend spührbar, es werden immer mehr Traktoren eingesetzt. Viele Farmermärkte,die natur belassene Lebensmittel verkaufen werden von ihnen betrieben. Die Steaks von Rindern ihrer Farmen, da Naturbelassen, zählt zum Besten was man in Amerika erwerben kann.

14.06.11 New York - Bosten - Main. Wir fahren auf der Interstate I 95 weiter nach Norden und sehen von Ferne die Skyline von New York. Eigentlich war ein Zwischenstopp geplant, aber die immer noch vorherrschende Hitze verleidet uns doch einen Stadtbesuch. Um nördlich, den kürzesten Weg Richtung Bosten zu nehmen leitet uns, unser Navi nach der Washington Bridge über den Hudson River, auf einen der Parkways von New York. Zwar stehen Schilder, dass das befahren für kommerziellen Verkehr verboten ist, nicht jedoch, dass auch Trailer davon betroffen sind. Mehrere Autofahrer warnen uns, in der Tat ist die Durchfahrtshöhe der Brücken gerade noch so dass wir in der Mitte passieren können. Wir wollen keine Strafe von ca. $400 riskieren und fahren durch den nördlichen Stadtteil Bronx wieder auf die I 95. Wir kennen die Bronx nur aus zahleichen Filmen als wüstes Stadtviertel die von Gangs beherrscht wird. Hier finden wir aber, einen parkähnlichen Vorort, von den Ausmaßen einer deutschen Stadt, in der die oberen Gehaltsklassen ihre schmucken Häuser haben. Endlich erreichen wir wieder die I 95 die uns über Bosten in den Bundesstaat Main bringen wird.

05.06 - 18.06.11   Main. Main erinnert landschaftlich an die Atlantikküste in Frankreich, bis auf einen wesentlichen Unterschied. Aus Main stammen fast alle köstlichen Hummer, die es in den Gourmettempeln in Europa angeboten werden und genau deshalb haben wir die kleinen Umweg von ca. 400km nach Quebec in Kauf genommen. Gleich am ersten Abend finden wir uns in einer der zahlreichen Lobbster-Restaurants ein. Die Ernüchterung ist groß, überhaupt ist ein Restaurantbesuch in den USA, für uns, sehr gewöhnungsbedürftig, denn zwischen Fast/Junckfood und extrem Teuer, findet sich nicht viel. In jedem Restaurant habe ich eher das Gefühl störender Gast zu sein, den man um sein Geld bringen kann. Zwar wird man mehrmals höflich durch den "persönlich" vorgestellten Kellner(in) nach das werte Befinden gefragt, ändert aber nichts an der Tatsache dass mit den vorletzten Bissen auch zugleich die Rechnung präsentiert wird, was soviel bedeutet, man habe seinen Platz gefälligst für den nächsten Gast zu räumen. Selbstredend dass zu den Nettopreis der Rechnung ein 15 - 18% Trinkgeld erwartet wird, da der Services nicht inklusive ist. Je nach Höhe des Tippes, hört dann aber auch Schlagartig die Höfflichkeit der Bedienung auf. Aus diesem Grund vermeiden wir, so gut es geht, in amerikanische Restaurants essen zugehen. Ausnahmen bilden nur All you can eat China Buffets, die zu Preisen ab $8 sogar Shushi im Angebot haben.

Bald finden wir an  allen schönen Ecken, Buden, die frischen Lobbster (Hummer) mit üblichen Zutaten zu $23 anbieten. Sie unterscheiden sich von den Restaurants, dass man seine Order an der Theke aufgibt, um nach ca. 10 Minuten, mit dem üblichen Plastikgeschirr seinen frisch zubereiteten Hummer in Empfang nimmt und ihn an einem der zahlreichen Tische verzehrt. Durchaus üblich ist es, seinen mitgebrachten Wein, dazu, zu trinken. Wir haben gut vorgesorgt, bei einem Chablis aus Chile lassen wir uns mit fantastischem Ausblick auf das Meer, unseren Lobbster schmecken. Bald entdecken wir nicht weit von unserem Campingplatz einen bekannten Lobbsterhändler der ebenfall, zum Mitnehmen, frische Hummer auf Bestellung zubereitet.

19.06 - 22.06.11  Quebec City. Für die Einreise nach Kanada, Quebec benötigen wir keine 10 Minuten. Wie immer wieder sind Grenzbeamte verblüfft, deutsche Touristen mit einem amerikanischen Gespann anzutreffen.. Wie wir schon 2008 bei der Einreise in Kanada feststellten konnten, die kanadischen Grenzbeamte sind viel freundlicher als ihre amerikanische Kollegen, die grundsätzlich bei jedem Nichtamerikaner, potentielle Terroristen wittern und  in jeder Banane hochgiftige Substanzen vermuten. Endlich erreichen wir Quebec City, eine französische Stadt wie sie ebenso in Frankreich sein könnte. Hier laden zahlreiche Bistros, Restaurants mit entsprechenden Menus neben kleine Geschäfte zum verweilen ein. Welch ein Unterschied zu den USA, das Leben hier unterscheidet sich hier in keiner Weise der einen französischen Stadt. Vertraute Namen auf den Speisekarten oder Geschäfte erinnern uns an unsere vielen Frankreichreisen. Wehmut kommt auf, stellen wir doch fest was wir trotz der grandiosen Kulisse in den amerikanischen Nationalparks und den endlosen Weiten des Kontinent, vermissen, nette kleine Kaffees, Bistros mit Bier oder Wein, neben leckeren Kleinigkeiten zum Essen, frisches knuspriges Baguette und Croissant, wie sie nur in Europa zu finden sind. Bei unseren Tagesausflügen die uns entlang des St.Lorenzstromes führen werden die gewaltigen Ausmaße dieses Flusses sichtbar. Von hier sind es nochmals ca. 1000km bis zur Mündung am Atlantik und nochmals 500km zu den "Great Lakes" Lake Ontario, wo der Fluss seinen Ursprung hat. Er ist die schiffbare Verbindung für Ozeanschiffe die über Kanäle mit gigantischen Schleusenanlagen die Erzvorkommen sowie Sojabohnen, Korn, Mais aus Kanada und den USA mit der Welt verbinden.

 

23.06 - 14.07.11 Saint Michel de Saints. Das Wiedersehen mit Andree und Gerald ist groß, als wir bei ihren Landhaus eintreffen. Wir lernten sie in Accapulco kennen und konnten sie leider nur vier Tage in München als unsere Gäste begrüßen. Das kleine Häuschen täuscht über den riesigen Landbesitz, wie es nur in Kanada möglich ist, hinweg. Zum ehemaligen Bauernhof gehöre cirka 4km² Land mit Wäldern und einem Fluss dazu. Wir werden noch öfters bei ihren Freunden mit ähnlichen Grundbesitz überrascht. Leider bedeutet es nicht viel, da diese Ortschaft durch den Niedergang der Holzindustrie und des Tourismus, wirtschaftlich schwere Zeiten entgegensieht. Wie wir noch feststellen werden, stehen am Wegesrand, hier und in vielen Gegenden in Ostkanada, zahlreiche Schilder "Zu Verkaufen"  die von einem ähnlichen Schicksal betroffen sind. Vor ca. 25 Jahren hätte man ein Schnäppchen machen können, unvorstellbar dass ein Landbesitz von ca. 6km² inklusive 3 Seen für ca. CAN $25000 den Besitzer wechselte.... Heute ein Refugium von Villen mit ca. 3000m² Grund die nur an deren Familien und an Freunde verkauft werden. Hier gibt es viel Arbeit, als erstes repariere ich den Hydraulikhecklift an seinem Fergeson Traktor, Ersatzteile sind trotz des 71er Baujahres in einem 90km entfernten Städtchen erhältlich.  Ein paar Mal versuchen wir uns auf den nahen Golfplatz der wider erwarten auch ohne Handicap gespielt werden darf. Zum Erstaunen stellen wir uns noch nicht einmal so blöd an, obwohl unser Handicap mindestens bei 40 liegt. Am 19zenten Loch feiern wir unsere Golfparty mit einem Absacker und denken über ein alten Golferwitz nach.....Habt ihr noch Sex oder spielt ihr lieber Golf…

 

Mehrmals fahren wir, in das nahegelegene Mastigouche Wildlife Sanctuary, das aus hunderte von Seen besteht, zum Angeln. Die Fangquote, der verschiedenen Forellen, ist streng reglementiert, pro Person dürfen nur 7 Fische unbestimmter Größe aus dem Park mitgenommen werden. Natürlich erfüllen wir die Quote und freuen uns auf leckere gebratene Forellen am Abend. Bei einem Wochendausflug zu einem der größeren nördliche gelegenen See ist uns das Glück leider nicht hold, hier gibt es Zander, Hecht und Barsche, doch auch bei den anderen Boote mag sich diesmal kein Anglerglück einstellen. Noch einen Tag vorher wurden über 12 Zander von einem Freund gefangen, aber scheinbar ist das Wasser zu Warm, oder abnehmender Mond, oder der falsche Köder sind Schuld, kein einziger Fisch mag beißen. Dafür haben wir nachts von einem Bär besuch, der sich an unsere Kühlbox für das Bier versuchte...Die Zeit geht leider viel zu schnell vorüber und mit Wehmut verabschieden wir uns von unseren Freunden, die wir da sind wir ganz sicher, wieder besuchen werden...

23.06 - 14.07.11 Mont Tremblant. Auf der Fahrt von Saint Michel nach Mont Tremblant, Wohnort von Mike und Monique passiert es. An einer Baustelle ist eine Bodenwelle nicht vorhersehbar, bei einem fürchterlicher Rumms, löst sich, durch eine unsachgemäß montierte Klemme, der Kühlwasserschlauch und das Wasser entweicht. Erst nach etlichen Kilometer bemerke, ich die Temperaturanzeige und habe Riesenglück dass kein Motorschaden entstanden ist. Erst nach einiger Zeit gelingt es mir die widerspenstige Klemme zu bändigen und den Kühlwasserschlauch wieder zu befestigen. Nach Füllen des Kühlsystem mit Wasser, und starten, höre ich endlich wieder die vertrauten Geräusche unseres Dieselmotors. Verwünscht man manchmal seinen enormen Dieseldurst (22l/100km) ist man doch wieder froh eine robuste Motormechanik zu besitzen, denn an diesem Motor gibt es keine Zylinderkopfdichtung, die garantiert durchgebrannt wäre.

Endlich erreichen wir den Wohnort von Mike. Mont Tremblant ist ein bekannter ostkanadischer Wintersportort, in dem etliche Millionendoller - Villen mit selbstverständlichen Hubschrauberlandeplatz von schwerreiche Besitzer stehen. Extra wurde hier eine Auto- Rennbahn geschaffen, in dem Millionäre ihre Söhne für den Rennsport trainieren lassen. Ein von uns besuchter Wochenmarkt offeriert hier nicht etwa die üblichen ländlichen Produkte, nein, hier werden von Spitzenköche oder diversen Cateringfirmen die Leckereien der Houte Cousin für Partys der Reichen angeboten. Entsprechend natürlich die Preise, wir ziehen es doch lieber vor in einem der normalen Supermärkte einzukaufen. Diese auf engstem Raum gebündelte schwerreiche Gesellschaft ist nirgends zu übersehen, entsprechend deshalb die mondänität vieler Restaurants und die Fahrzeuge die hier bewegt werden. Die Porsche Population dürfte nur noch auf dem Werksgelände in Stuttgart übertroffen werden. Entsprechend hoch ist deshalb auch die Präsenz der lokalen Polizei um Verkehrsübertretungen sofort ahnden zu können, die auf Stoppschildverstöße spezialisiert sind und in gut getarnte Ecken auf zu schnelle Fahrer lauern. Schließlich müssen die Kosten für die hohe Präsenz der örtlichen Polizei wieder eingebracht werden. Überhaupt haben wir das Gefühl dass in Kanada die Verkehrspolizei härter durchgreift als in den USA.

 

Interessant auch die Bemessungsgrundlage für die Grundstückbesteuerung in diesem Ort. Alle zwei Jahre wird durch einen Gemeindeinspektor der Wert des Hauses bewertet und danach richtet sich die Höhe der Grundsteuer. Prinzipiell eine gerechte Sache, wer entsprechend sein Haus mit Luxus ausstattet, zahlt auch mehr. Ob wohl so ein System auch bei funktionieren würde? Mit einem Wochenendausflug zum Reservoire Basqatong nördlich von Montreal und einer Party, beschließen wir den Besuch bei  unseren Freunden um als letzte Station nach Montreal zu Christine und Patrick zu fahren.

03.08 - 07.08.11 Montreal. Herzlich werden wir empfangen und dürfen in der Einfahrt ihres Hauses in einem Vorort von Montreal unseren Trailer abstellen. Für uns die beste Lösung da wir in unser gewohnten Umgebung nächtigen können. Montreal ist eines der beliebtesten Städte die von Gäste aus Europa besucht werden. Kulturell, speziell mit Musikfestivals, kann keine andere Stadt Montreal überbieten, legendär die Rock und Jazz Wochen jedes Jahr im Juli, nicht wenige Städte haben annähernd ein gleich großes Gästeaufkommen. Leider haben die Stadtväter es versäumt frühzeitig leistungsfähige städtische Transportmittel zu schaffen, bedingt durch die Lage am St.Lorenzstrom führen mehrere Brücken darüber die den stetig wachsenden Verkehr nicht mehr bewältigen können und stundenlange Staus sind deshalb die Regel. Eine Besonderheit in Montreal sind die außen liegende, oft steilen Treppen zu den oberen Stockwerke der Häuser, kaum vorstellbar ob solche Bauart auch in Deutschland möglich wäre. Natürlich darf ein Besuch einer Institution, die in jedem Reiseführer Montreals beschrieben ist, nicht fehlen, Schwartz ein Lokal das Schwarzgeräuchertes auf dem Speiseplan hat. Eine Rinderlende mit Gewürze wie ein Roastbeef zart gegrillt, in dünne Scheiben geschnitten wird in einer großen Semmel serviert. Eine Goldgrube, das Lokal ist brechend voll, Touristen und Einheimische stehen Schlange um einen Platz im Lokal zu ergattern, es gibt nur vier Varianten die wie am Fließband serviert werden. Leider vergehen die vier Tage viel zu schnell um einen Vorstellung von Montreal zu bekommen... Mit der Gewissheit uns in Mexico wieder zu sehen, geht es dem nächsten Reiseziel die Niagara Fälle entgegen.

 

08.08 - 10.08.11 Montreal - Tausend Island - Cobourg. Entlang des Lake Ontario, passieren wir Tausend Island, ein Nebenfluss des St. Lorenzstromes mit tausenden von kleinen Inseln, die mit Wochenendhäuschen, reicher Kanadier bebaut sind. Leider sind alle Campingplätze belegt, langes Wochenende, so dass wir auf einen Casinoparkplatz übernachten. Da genügend Zeit ist versuchen wir uns an einem der elektronischen Einarmigen Banditen. Das Glück ist uns Hold bei $40 Einsatz gehen wir mit $500 vergnügt zu unserem Trailer. Die Nächte frischen jetzt angenehm ab und es ist nicht mehr so heiß. Noch öfters sollte uns das Glück in Casinos treu bleiben und für eine willkommene Auffrischung unserer Reisekasse sorgen. Die hochsommerliche Temperaturen lassen uns in einem Very Britisch kleinen Seebad in Cobourg, mit Campingplatz am Lake Ontario, eine kleine Pause einlegen. Die angenehmen Wassertemperaturen des Sees, laden zum Schwimmen ein.

 

11.08.11 Cobourg - Toronto - Niagara Falls. Weiter führt uns die Route entlang des Ontario Lakes über Toronto nach Niagara Falls. Von Weitem sehen wir die Skyline mit dem berühmten Toronto Tower der Stadt. Wir haben aber keine Lust zu einem Großstadtbesuch. Ohne NAVI und bei hohem Verkehrsaufkommen wäre es schwer die richtigen Auffahrten der Stadtautobahn für eine Umgehung von Toronto zu finden. Die Straßenplaner setzten genaue Ortskenntnisse voraus, da keine weiterführenden Verkehrsschilder zur nächsten Großstadt vorhanden sind. Unser Navi kennt die neuerbaute Umgehungsautobahn und führt uns über die 403 nach Niagara. Endlich erreichen wir den Campingplatz außerhalb von Niagara Falls und es ist noch Zeit für einen Ausflug nach  Niagara on the Lake, das in einer parkähnlichen Umgebung am Lake Ontario und am Fluss Niagara liegt. Hier wird zu unserem Erstaunen Wein angebaut, der in den zahlreichen Weingüter teuer verkauft wird. Da für Weinproben in den Shops pro Glas $2 zu bezahlen sind, überlassen wir gerne das Feld den zahlungskräftigeren Amerikaner,  die für eine 0,5l Flasche Eiswein, $90 auf die Theke legen dürfen..

 

12.08.-15.08.11 Niagara Falls. Beeindruckend sind die beiden Wasserfälle des Niagara Rivers, wobei der Hufeisenfall auf der Kanadischen Seite das lohnende Ziel für Fotografen ist. Es gibt sicher schönere Wasserfälle in den USA und Kanada, wenn gleich, durch die Wasserentnahme für die Stromgewinnung nur noch ca. 34% der gesamten Wassermenge über die Felskanten, 30m in die Tiefe stürzen, kann es keiner mit den Niagara Fälle aufnehmen. Einen schönen Ausblick über beide Fälle bekommt man von der luftigen Höhe des Skytower auf der kanadischen Seite. Dabei kann man sehr gut die proppenvollen Schiffe der Mide of the Mist, die in die Gischt des Hufeisenfalles fahren beobachten. Da wir das Vergnügen inklusive obligatorischen Plastikregenumhang schon vor 30 Jahren hatten, verzichteten wir darauf. Wer die tosenden Wassermassen hautnah erleben will, kann sie am Observation point kostenlos oder durch einen Besuch mittels Aufzug und Tunnel unmittelbar am Wasserfall erleben. Da Japaner bekannt dafür sind, möglichst effektvolle Fotos mit Personen zum dramatischen Hintergrund zu bekommen, kann man oftmals an allen möglichen und unmöglichen fotogenen Stellen kuriose Verhaltungsweisen erleben. Wobei dieses Verhalten uns noch unliebsam in jedem Nationalpark verfolgen wird. Dies wurde auch einer jungen Japanerin, zwei Tage nach unseren Besuch zum Verhängnis. Um ein besonders effektvolles Foto zu bekommen, stieg sie auf das Absperrgeländer, rutschte aus und wurde von den Wassermassen in die Tiefe gerissen.

 

In einem Museum werden die geglückten Versuche die Fälle mit Hilfe von Fässern oder anderen Behältern zu bezwingen dargestellt. Die erste Überlebende in einem Holzfass, die sich über den Wasserfall stürzte, war eine Frau. Es ist bisher eine, einziger Person bekannt, damals ein Kind das durch einen Motorbootunfall, mit Hilfe einer Schwimmweste den 30m Fall überlebte und ohne Verletzungen von einem der Maid of Mist Boote geborgen wurde.Auf beiden Seiten der Fälle haben sich hauptsächlich Ämusiantbetriebe und Souvernierläden aller Art etabliert um den zahlungswilligen Touristen allen möglichen Plunder Made in China anzudrehen.Wir besuchen einer der zahlreichen Casinos, wo durch unsre Reisekasse wieder durch einen zahlungswilligen Einarmigen Banditen aufgebessert wurde. Im Casino Buffet Restaurants für CAN $19 pro Person war ein Teil des Gewinnes gut angelegt, noch dazu wir das Glück hatten, einen freien Fenstertisch mit Blick auf die Fälle in abendlicher Stimmung zu ergattern. Als besondere Aktraktion, ist jeden Sonntag, in der Hauptsaison, ein großes Feuerwerk zu bewundern.

15.08.-18.09.11 Great Lakes, Michigan, Lake Huron. Nach einem Abstecher entlang des Erie See's führt uns unsre Route nun nach westlich zum Lake Huron um von Kanada endgültig in die USA einzureisen. Bei Port Huron, nehmen wir einer der nördlichen Routen um Detroit weiträumig zu umfahren. In den nun mehr 6 jährigen USA Reisen haben wir noch nie so problemlos und vor allen Dingen ohne Zoll einen amerikanischen Grenzübertritt geschafft. Der Grenzbeamte war wohl zu perplex, einen Deutschen, mit Texanischem Führerschein und Autozulassung vor sich zu haben. Er konnte es gar nicht glauben dass so etwas möglich ist und ließ uns ohne die übliche Zollkontrolle passieren.. Um unsere Lebensmittelvorräte wieder in einem Supermarkt aufzufüllen, kam die Ernüchterung, in einem kanadischer Duty Free sind Alkoholika immer noch teurer als hier in Michigan. Dabei muss man aber fairer weise sagen, dass in vielen amerikanischen Bundesstaaten, Alkoholika ausschließlich in den dafür obligatorischen Liquit Store zu bekommen ist. Nicht so in Michigan, hier darf jeder Supermarkt entsprechende Alkoholika führen. Auch hatten wir eher den Eindruck dass Michigan eher zu den europäisch geprägten Bundesstaaten gehört. Hier trafen wie ebenfalls Bierkneipen, Bistros, Kaffees an die eher an Europäische Lebensart erinnert. Bedingt durch die Vielzahl kleinerer und der großen Seen gibt es hier entsprechende Häuser für gutbetuchtes Klientel mit hauseigenem Bootsteg, wie es nur noch in Florida überboten werden kann. Die Sandstrände, mit weißem Sand, stehen den bekannten Ferienparadiesen in Florida in nichts nach. Als Delikatesse entpuppt sich der Withefish, eine Weißfischart die in den Great Lakes gefangen und verkauft wird. Gegrillt oder als Filet in der Pfanne, mit entsprechenden Zutaten, würden wir mit Sicherheit jedes normale Restaurant Toppen.

19.08.-24.08.11 Great Lakes, Lake Huron - Lake Michigan - Lake Superior. Die Reiseroute führt uns weiter an den Michigan Lake, der einzige See der vollständig in den USA liegt. Die Great Lakes, vereinen 21% der Süßwasserreserven der Welt, wobei der Lake Superior, neben dem Balaika See in Russland der zweitgrößte Süßwassersee der Welt ist. Wie schon erwähnt sind die Great Lakes über Kanäle und Schleusen für Ozeanschiffe befahrbar, miteinander verbunden. Einer der größten Schleusenanlagen, neben dem Panamakanal befindet sich in Sault  Ste. Marie, die Ozeanriesen gebaut wurden. Im Besucherzentrum der Schleusenanlage kann man die hautnah die Verschleusung der riesigen Schiffe miterleben. Die Kanalanlage verbindet die Kornkammern, sowie Eisenerzminen Kanadas und der USA mit der Welt. Ein besonderes Erlebnis verspricht der Bootsausflug im Lake Superior zu einem Küstenabschnitt den Pictured Rocks. Bei strahlendblauen Nachmittagshimmel wurde die Spätnachmittagstour gebucht, aber leider vermiste uns ein Wolkenband denSonnenuntergang und damit verbunden die spezielle Farbgebung der Felsformation.

An den Seen, sind viele restaurierte Leuchttürme als fotogene Relikte der damaligen Binnenschifffahrt an den Küstenstreifen zu bewundern. Ein paar hundert werden es wohl sein, die eigens in einer Touristenkarte vermerkt sind. Die Bundesstaaten an den Great Lakes, dürften zu den ursprünglichsten der amerikanischen Bundesstaaten gehören, was wohl an der Tatsache liegt, dass hier weiße Hautfarbe der konservativen Farmer und Arbeiter das Bild prägen. Hier bestimmen, Familie, Armee und Kirche, das Leben, als selbstverständliches Weltbild, des republikanischen Amerikas. Dass hier die meisten Radiostationen mit Countrymusic oder gutem amerikanischen Rock auf Sendung gehen, ist selbstverständlich. Interessanter Weise wird hier ein Dialekt gesprochen den ich schwer verstehe, zu sehr habe ich mich wohl an den Texas Slang gewöhnt, mit dem ich besser klar komme. Noch erstaunter fand ich, hier ein echtes Hopfenfeld, mit der Versicherung des Besitzers mehr davon im Michigan, vorzufinden.

25.08.-27.08.11  Minnesota - South Dakota.  Über Farmland, hauptsächlich Mais in Minnesota, vorbei an Minneapolis legen wir in Neu Ulm einen Zwischenstopp ein. Eigentlich gibt es nichts Besonderes in Neu Ulm, außer das die Stadtväter beschlossen zum Andenken an ihre schwäbische Vergangenheit ein Hermans - Denkmal errichten zu lassen. So erinnert ein Denkmal an die siegreiche Schlacht im Teutoburger Wald mit Herman dem Kerusker, der die Römer vernichtend geschlagen hatte. Wir freuen uns auf einem Besuch einer ursprünglichen deutschen Brauerei und müssen feststellen, dass es dort verboten ist, Bier zu verkaufen. Nur bei einer kostenpflichtigen Brauerei-Führung, dürfen Bierproben verkostet werden. Wir lehnen ab und ich lasse im obligatorischen Gästebuch meinen Unmut freien lauf, in dem ich erkläre in Bavaria (Germany) kämme es einer Revolution gleich wenn in einer Brauerei keine Bier ausgeschenkt werden dürfte, das wohl nur hier im konservativen Amerika möglich wäre. Bin mir absolut Sicher, diese Seite fällt der Zensur zum Opfer.... Viele Orte können ihren Europäischen Ursprung nicht leugnen, Hamburg, Frankfort, Holland, Florence um einige zu nennen...

26.08.11 Pipestone National Monument: Mitten im Farmland liegt auf unseren Weg, das Pipestone National Monument. Ein unscheinbarer Felseinschnitt in der ebenen Landschaft. Die rötliche Gesteinformation ist aber seit Jahrhunderten für Indianer, ein mystischer Ort und Steinbruch, die aus dem besondern Gestein ihre Pfeifenköpfe für ihre Pfeifen herstellen. Im Visitercenter wird eindrucksvoll die Herstellung von Pfeifenköpfe und indianische Steinmotive  demonstriert. Selbstverständlich sind die handwerklich anspruchsvollen Gegenstände der sich deutlich vom üblichen Kitsch unterscheidet, nicht billig. Ein schöner kurzer Trail erklärt die Geschichte des Steinbruches.

27.08.-30.08.11 . South Dakota, Mitchell, Badlands.  Die Landschaft ändert sich dramatisch, das fruchtbare Ackerland weicht dem Grasland mit sanften Hügeln und den Weiten der Prärie. Wir fahren durch kilometerweite gähnende Graslandebenen die nur durch Flusstäler unterbrochen werden. Wir passieren Sioux Falls, die Hauptstadt von South Dakota um in Mitchell einen Stopp einzulegen. Mitchell hat sich im Jahr 1892 etwas besonderes einfallen lassen und schmückt mit wechselnden Motiven, seitdem das Rathaus (Cityhall) mit Maiskolben und Stroh . Schon vor Weitem kann man an der Interstate I-90, Schilder für den Besuch des Kornpalasts in Mitchell finden. Bei unserem letzten Besuch vor drei Jahren, war hier nichts los, diesmal treffen wir auf das jährliche Stadtfest mit den üblichen Fressbuden und Jahrmarktunterhaltungen. Es gibt nur Light Beer, das mich eher an Pipiwasser erinnert, richtiges Bier, wird auch hier nur, in dafür lizenzierte Bars ausgeschenkt. Na ja, das hat auch etwas gutes, keine Besoffenen auf den Strassen, wie bei ähnlichen Festen bei uns zuhause. Das wird hier streng von der Polizei kontrolliert, auch ist es bei empfindlichen Geldbusen ($10000) verboten, an Jugendliche unter 21 Jahre, Alkohol zu verkaufen.

Wir erreichen den Campingplatz im Badlands NP. Überhaupt müssen wir feststellen, dass dieses Jahr reger Reiseverkehr herrscht und es ohne Reservierung eine Glücksache ist, in einem State - oder National Park Campground einen Platz zu finden. Die nicht so spektakulären Sandsteinformationen verdanken ihre Entstehung einer Erosion durch Wind und Wasser. In der Vergangenheit, muss es wohl Jahrhunderte mit unaufhörlichen Regenfall, an den Ufern eines subtropischen, frühzeitlichen Urmeeres gegeben haben. Das Urmeer bedeckte weite Teile der heutigen USA zwischen South Dakota und Texas mit den heutigen Golf von Mexiko. Das erklärt auch die häufigen Funde, in verschiedene Entwicklungsstufen, von Sauriern die Wasser, Land und Luft bevölkert und hier gelebt haben. Heftige Vulkanaktivitäten sorgten weiter dafür dass Gesteinablagerungen abwechselnd mit Überflutung und deren Sedimentablagerungen verschieden harte Gesteinsformationen, in dieser Region, das heutige Szenario schufen.

Das heutige Colorado Plato und weite Teile der Sandsteingebirge im Westen der USA verdanken diesem Urmeer ihre Entstehung. Die Sandablagerungen wurden in mehreren Eiszeiten verpresst und durch Wasser und Wind in den heutigen Gesteinsformationen geformt. Die Rocky Mountains, wie unsere Alpen, als Faltungsgebirge, entstanden durch das aneinanderprallen von Kontinentalplatten und werden Erdzeitgeschichtlich weit jüngerem Datums datiert. Die Darwinsche Evolutionstheorie findet hier ihre Bestätigung. Versteinerte Relikte, die als wichtige Bindeglieder zu den heutigen Säugetieren, in letzter Zeit, gefunden wurden, bekräftigen seine Theorie. In vielen Besucherzentren der Nationalparks erklären Animationsfilme, Ausstellungstücke und Schautafeln diese erdzeitliche Entwicklung und die damit verbundene Entstehung der heutigen geologischen Struktur und deren Flora und Fauna. Unseren Lunch einem Abstecher nach Wall,

27.08.-02.09.11  Black Hills, Custer State Park, Wind Cave NP., Mount Rushmore.   Wir verlassen den Badlands NP, um über die I90, Rapid City direkt am südlichen Teil der Black Hills nach Custer zu fahren. Einem Zwischenstopp in Rapid City nutzen wir um einen der bekanntesten Native American art, craft & culture Shop Prairie Edge, zu besuchen. Hier kann man authentische Kleidung, Zubehör dafür sowie Gebrauchsgegenstände, der dort lebenden Indianer bestaunen und erwerben. Für den Lunch entscheiden wir uns für  Firehouse Brewing, eine Micro-Brewery, in der ehemaligen Feuerwache, die ein naturtrübes dunkles Bier eigener Herstellung zum Buffalo-Burger anbietet. Die Art Alley Street in der Graffiti - Künstler ihre Tags, hinterlassen haben, ist ein Besuch wert. Weiter geht es über die gut ausgebaute Schnellstrasse nach Custer, das am südlichen Teil der Black Hills, liegt. Vor zwei Jahren waren wir schon einmal in den Black Hills, im ehemaligen Goldgräberstädtchen Deadwoods, heuer wollten wir den südlichen Teil mit Wind Cave NP erkunden. In Custer finden wir einen schattigen Campingplatz, der um diese Zeit wieder genügen freie Stellplätze zur Verfügung hat. Der Ort selber bietet, wie so viele USA Städtchen aus der Gründerzeit, nichts besonderes. Entlang der Hauptstrasse befinden sich typische Gebäude, wie wir sie aus Western-Filme kennen. Hauptsächlich befinden sich dort Souvenirs - Shops die natürlich allen möglichen Krempel (Made in China) anbieten.

Ein unbedingtes Muss, ist der Rundkurs, ALT 16 Hwy, Needles Hwy, Iron Mtn. RD, der mit seiner oft spektakuläre Streckenführung und Aussichten ein Erlebnis für Motorrad und Auto bietet.  Die Panoramastrasse wurde mittels Tunnels, Brücken und Spitzkehren 1922 fertig gestellt und führt an Granitnadeln mit Aussichten auf Black Hills und am nördlichen Rand des Custer State Park vorbei. An einem Punkt der Strasse sieht man in der Ferne das Mount Rushmore National Memorial mit den Köpfen aus Granit, von 4 Präsidenten, Washington, Jefferson, Lincoln und Roosevelt. Am nördlichen Rand des Custer State Park, kann man direkt an der Strasse völlig ungestört eine Büffelherde beobachten. Kaum Vorstellbar dass hier einst, im Prärieland des nördlichen Amerikas riesige Bisonherde lebten, die als Lebensgrundlage der Prärieindianer (Sioux, Blackfoot etc.) dienten. Fleischbeschaffung für die Städte im Osten Amerikas und der Feldzug gegen die Indianer mit Vernichtung ihrer Lebensgrundlage, führte fast zum Aussterben der riesigen Bisonherden. Die jetzigen Bisons, in den Nationalparks entstammen ausnahmslos aus den Beständen von 23 Tieren von Privatzüchter und zoologische Parks.

Schon von weitem beeindrucken die Köpfe aus Granit, der Präsidenten Washington, Jefferson, Lincoln und Roosevelt am Mount Rushmore National Memorial. Für meinen Geschmack etwas zuviel  aufgetragene Geschichte der USA. Im Visitor - Center wird die Geschichte und  Bau des Memorials dargestellt. Leider entpuppte sich die abendliche Ligthshow als pure Unterrichtsstunde und ist aus unserer Sicht betrachtet, reinste Zeitverschendung. Anders der am 6. September, zelebrierte Night Blast for Korczak & Crazy Horse am Crazy Horse Denkmal, bei dem eine Sprengung in der Nacht abgehalten wurde. Leider waren alle Plätze schon lange im Voraus ausverkauft so dass wir das Spektakel nur von weit entfernt wahrnehmen konnten. Da auch dieses Mal keine nennenswerten Baufortschritte ersichtlich waren, verzichteten wir auf einen Besuch. Mit einer Fahrt über ungeteerte Strassen im Prärie-Land des Wind Cave Nationalpark, schließen wir unseren Besuch, von einem der schönsten Ecken den Black Hills von South Dakota ab und fahren zu den Big Horn Mountain nach Cody in Wyoming um dort auf einen Walmart zu übernachten.

03.09.11 Black Hills, Big Horn Mountains, Cody   Sehr früh verlassen wir den Campingplatz in Custer, denn die Strecke nach Cody, zu unserem nächsten Etappenziel, beträgt 600km. Bei Ranchester verlassen wir die Interstate I90 um auf die anspruchvollere Strecke über den Big Horn Mauntain westwärts zu fahren. Die Streckenführung über die Ostrampe überwindet einen relativen steilen Berganstieg der eine grandiosen Blick in die Weiten des Prärienlandes von South Dakota ermöglicht. Auf einem Parkplatz starten hier Hangglider und Paragliding Enthusiasten um die hier herrschenden Aufwinde zu nutzen. Weiter führt die Strasse durch hohe Tannenwälder, die unterbrochen von klaren Gebirgsbäche werden.. Einer der Flüsschen wird von einem Elch als willkommene Abkühlung und zum Abweiden der Wasseralgen genutzt. Für die Abfahrt an der Westrampe entschließen wir uns, für die ältere Passstrasse 16A mit ihrer steileren Streckenführung. Warnschilder zeigen eindrucksvoll das Gefälle der Strasse. Hier befindet sich auch ein heiliger mystischer Ort, ein Medicine Wheel, der Prärieindianer. Extrem langsam bewältigen wir die Abfahrt der Big Horn Mauntain und fahren über Farmland nach Cody, den Geburtsort von Bill Cody, auch Buffolo Bill genannt. Zu spät für die tägliche Gunfight-Show vor dem bekannten Irma-Hotel erreichen wir den Walmart und suchen uns ein ruhiges Plätzchen zum Übernachten. Hier werden wir, für den Yellowstone Nationalpark unsere Lebensmittelvorräte auffüllen. Wir sind nicht die Einzigen, bis zum späten Abend füllt sich der Parkplatz mit Reisemobile und Trailer die vom Park kommen oder diesen besuchen wollen.

04.09.11 YELLOWSTONE Nationalpark.  Wir verlassen Cody in westlicher Richtung, um zum Ost-Eingang des Yellowstone Nationalpark zu fahren.  Eindrucksvolle Felsformationen entlang des Shoshone River's begleiten die stetig ansteigende Streckenführung um über den höhsten Punkt des Kraterrandes des Yellowstone Caldera Kraters zu gelangen. Wir erreichen den Nationalparkeingang, mit dem National Park Ausweises der für 1 Jahr in allen amerikanische NP gilt, erhalten wir die obligatorischen Nationalparkinfos und  fahren, direkt zum Bridge Bay Campingplatz. Wir haben nicht Online vorreserviert darum ist auch Platz mehr mit Stromanschluss zu bekommen. Aber mit unseren Stromgenerator ist auch ein längerer Aufenthalt mit einem Trailer kein Problem. Wir haben allerdings auch viel Glück da bereits im September aufgrund der Höhenlage in der Nacht empfindlich kalt werden kann.


      04.09.-11.09.11  Yellowstone Nationalpark - Grand Teton.

LINK zum Yellowstone NP u. Grand Teton


Weiter geht es mit unserer Reise in Teil 2.

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 Stand:     06. Juni 2012

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